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Aletschgletscher © Fulvio Mariani

Im Geburtsschein steht: Milano 1965. Im Pass steht unter Bürgerort: Fiesch und Fieschertal (VS). Würde auch der Bürgerinort zählen, jener meiner Mutter, käme Leukerbad dazu. Aber die bisher wichtigsten Haltestellen meines Lebens heissen anders. Sie heissen: Lugano, das Tummelfeld meiner Kindheit und Jugend. Und: Zürich, wohin es mich mit 18 Jahren studienhalber verschlagen hat, und wo ich heute noch lebe.

Am Anfang meines Erwachsenendaseins steht ein Physikstudium an der ETH, dann folgen ein Intermezzo am Lawineninstitut SLF in Davos und fünf Jahre Forschung und Dissertation als Atmosphärenphysiker an der ETH.

1994 ist die Zeit reif für einen Wechsel. Also gründe ich mit meinem Compagnon Remo Kundert per pedes bergferien, eine auf Trekkings, Wanderungen und Naturerlebnisse im Alpenraum spezialisierte Agentur. Bis 2003 kann man mich oft mit Gästen irgendwo in den Alpen antreffen. per pedes gibts weiterhin, und ist weiterhin sehr empfehlenswert.

Ebenfalls 1994 beginnt meine Tätigkeit als freischaffender Fotograf – die eigentlich schon 1971 ihren Anfang genommen hatte, mit einer eigenen Kodak Instamatic. Heute bin ich vollberuflich, und etwas darüber hinaus, mit dem Fotografieren und Schreiben beschäftigt. Meist dreht sich meine Arbeit um Berge. Um Berglandschaften, Bergnatur, Bergsport, um Bergwelten im Allgemeinen, und ganz gerne auch im Speziellen. Dabei kommt mir meine alpinistische Erfahrung zugute, mein über 40-jähriges Herumstreunen im Alpenraum mit Steigeisen, Tourenskis, Bergschuhen, Kletterfinken, Wanderschuhen, Flip-flops oder sonstigem Alpingerät an den Füssen. Nebenan sieht man mich anlässlich einer meiner frühen Erstbegehungen.

Aus diesen Bergtouren entstehen primär Bücher. Zu meinen Kunden gehören aber auch Zeitschriften, Non-profit-Organisationen, Kommunikations- und Werbeagenturen, Behörden, Museen und Privatpersonen. Besonders gerne arbeite ich mit anderen Fotografen, Autorinnen und Grafikern zusammen, um mehrköpfige Projekte zu verwirklichen.

Daneben trifft man mich oft im Büro an, denn die Arbeit des Fotografen und Alpinjournalisten besteht nicht nur aus Draussensein. Als Chef, mittleres Kader und einziger Angestellter meiner Kleinstunternehmung muss ich oft Landkarten studieren und interessante Standorte ausmachen, Bergtouren planen und organisieren, Bilder archivieren und am Bildschirm bearbeiten, Bildauswahlen erstellen und den Kunden unterbreiten, Ausrüstung warten und reparieren, Kleider zum Trocknen aufhängen, mich weiterbilden, neue Projekte aushecken, Computerpannen beheben, die Administration erledigen, Buchhaltung führen undsoweiter undsofort.

So einfach ist das.


PS: Wer sich etwas eingehender mit meinem Zugang und meinen Überlegungen zur Fotografie befassen möchte, kann dies im Buch «Welten aus Fels und Eis – Alpine Fotografie in der Schweiz» von Paul Hugger (NZZ-Verlag, 2009) tun, das meiner Arbeit ein Kapitel widmet.